Hagebutte: Schönheit, die von innen kommt

Was ist besser: Pulver, Tee oder Hagebuttenkernöl? Erfahre, wie sich die Inhaltsstoffe unterscheiden und was die Lebensmittelmatrix wirklich liefert.

Inhalte

Einleitung

Die Hagebutte hat bereits einen bemerkenswerten Rollenwechsel hinter sich.

Im Frühsommer beginnt sie als Rosenblüte, im Herbst steht sie als leuchtend rote Frucht am Wegesrand – etwas weniger romantisch, dafür mit deutlich mehr Substanz.

Unter ihrer roten Schale verbirgt sich eine vielfältige Mischung aus Vitamin C, Carotinoiden, Phenolverbindungen, Ballaststoffen und Fruchtsäuren.

Die eingeschlossenen Kerne bringen wiederum ein Öl mit, das reich an ungesättigten Fettsäuren ist.

Es überrascht daher nicht, dass Hagebutten sowohl in Lebensmitteln als auch in Nahrungsergänzungen und Kosmetikprodukten auftauchen.

Aber kommt Schönheit tatsächlich von innen – und kann ausgerechnet die Hagebutte dabei helfen?

Die wissenschaftliche Antwort ist weniger werbewirksam, aber interessanter: Haut, Bindegewebe und Kollagenstoffwechsel sind auf eine ausreichende Versorgung mit verschiedenen Nährstoffen angewiesen. Vitamin C besitzt dabei eine klar belegte Funktion. Die Hagebutte kann viel davon enthalten, doch Sorte, Reife, Lagerung und Verarbeitung verändern ihre Zusammensetzung teilweise erheblich. Für eine sichtbare Verschönerungswirkung der ganzen Frucht gibt es bislang nur eine kleine Humanstudie.

Hagebutten sind damit kein essbarer Schönheitsfilter. Sie sind vielmehr ein bemerkenswert vielfältiges Lebensmittel – und gerade deshalb einen genaueren Blick wert.

Dieser Artikel auf einen Blick

die 7 wichtigsten Fakten für Schnell-Leser

Was ist eine Hagebutte eigentlich?

Reife, rote Hagebutten an einem Zweig im Sonnenlicht als reichhaltige Quelle für natürliches Vitamin C.

Als Hagebutten werden die Früchte verschiedener Wild- und Kulturrosen bezeichnet.

In Europa stammt ein großer Teil der verwendeten Hagebutten von der Hundsrose, botanisch Rosa canina. Auch Arten wie Rosa rugosa, Rosa villosa oder Rosa rubiginosa werden genutzt.

Botanisch ist die Hagebutte keine gewöhnliche Beere.

Ihr rotes Fruchtfleisch entsteht überwiegend aus dem fleischig gewordenen Blütenbecher, dem sogenannten Hypanthium. Im Inneren befinden sich zahlreiche kleine, harte Nussfrüchte, die Achänen. Was im Alltag als „Hagebuttenkerne“ bezeichnet wird, sind somit streng genommen die eigentlichen Einzelfrüchte [1, 4].

Zwischen ihnen sitzen feine, steife Härchen.

Diese haben schon Generationen von Schulkindern zu zweckentfremdetem „Juckpulver“ inspiriert.

Bei der häuslichen Verarbeitung frischer Hagebutten sollten Kerne und Härchen sorgfältig entfernt beziehungsweise die Masse fein passiert werden.

Auch chemisch unterscheiden sich die Fruchtteile. Im roten Fruchtfleisch konzentrieren sich vor allem Vitamin C, Carotinoide und viele Flavonoide. Die Kerne enthalten weniger Vitamin C, dafür aber Öl, Fettsäuren, bestimmte Phenolsäuren und weitere fettlösliche Bestandteile [2, 68].

Was steckt in der ganzen Hagebutte?

Hagebutten bestehen nicht aus einem einzelnen „Superwirkstoff“. Ihre Besonderheit liegt vielmehr in der Kombination verschiedener Stoffgruppen:

  • Vitamin C und weitere Mikronährstoffe,
  • Carotinoide,
  • Flavonoide und Phenolsäuren,
  • Pektine und andere Ballaststoffe,
  • organische Fruchtsäuren,
  • ungesättigte Fettsäuren aus den Kernen,
  • Tocopherole und Phytosterine.


Hinzu kommen Mineralstoffe wie Kalium, Calcium, Magnesium, Phosphor sowie kleinere Mengen verschiedener Spurenelemente. Wie viel davon tatsächlich enthalten ist, hängt, wie bereits erwähnt, von der Rosenart, dem Standort, dem Reifegrad und dem untersuchten Fruchtteil ab. [3, 15].

Vitamin C: die bekannteste Stärke der Hagebutte

Hagebutten zählen zu den vitamin-C-reichen Früchten.

In einzelnen Analysen wurden im frischen Fruchtfleisch mehrere Hundert Milligramm Ascorbinsäure pro 100 Gramm gemessen. Eine Untersuchung verschiedener Rosenarten fand beispielsweise Werte zwischen rund 386 und 736 Milligramm pro 100 Gramm frischem Fruchtfleisch. In der Literatur werden je nach Art und Herkunft noch deutlich größere Spannweiten beschrieben [2].

Vitamin C ist wasserlöslich und empfindlich gegenüber Sauerstoff und längerer Hitzeeinwirkung. Beim Trocknen, Kochen und Lagern können deshalb erhebliche Verluste auftreten.

Ein rotes Pulver ist nicht allein aufgrund seiner Farbe automatisch eine ergiebige Vitamin-C-Quelle.

Für die ernährungsphysiologische Bewertung zählt am Ende nicht, wie viel Vitamin C theoretisch in einer frisch gepflückten Wildfrucht vorkommen könnte, sondern wie viel im konkreten Lebensmittel zum Ende seiner Haltbarkeit tatsächlich vorhanden ist.

Was hat Vitamin C mit Haut und Schönheit zu tun?

Eine lächelnde Frau mittleren Alters berührt sanft ihre strahlende Haut – Natürliche Unterstützung der Kollagenbildung durch Vitamin C.

Kollagen ist das unsichtbare, elastische Gerüst unseres Körpers. Als wichtiges Strukturprotein sorgt es überall dort für Stabilität, wo Festigkeit gefragt ist: in unserer Haut, im Bindegewebe, in den Blutgefäßen, in den Knorpeln, in den Knochen und in den Zähnen.

Damit der Körper dieses Protein herstellen kann, müssen bestimmte Aminosäuren enzymatisch umgebaut werden – und dafür ist ein entscheidender Helfer notwendig: Vitamin C. Es fungiert hierbei als sogenannter Cofaktor, ohne den die Produktion sprichwörtlich ins Stocken gerät.

Weil diese Verbindung so eng ist und gut erforscht wurde, gibt es in der Europäischen Union bei entsprechender Menge eine offiziell zugelassene gesundheitsbezogene Aussage: „Vitamin C trägt zu einer normalen Kollagenbildung für eine normale Funktion der Haut bei.” [9].  Wichtig ist hierbei vor allem das Wörtchen „normal“. Die offizielle Formulierung bedeutet keineswegs, dass gigantische Mengen an zusätzlichem Vitamin C die Haut über Nacht glättet oder bestehende Falten verschwinden lässt.

Sie beschreibt eine grundlegende, gesunde Funktion des Körpers. Wenn du bereits ausreichend versorgt bist, gibt es keinen wissenschaftlichen Nachweis dafür, dass noch mehr Vitamin C die Haut glatter werden lässt.

Kollagenbildung ist eben ein echtes Teamprojekt. Da das Protein selbst aus Aminosäuren besteht, benötigt dein Körper für den Aufbau neben Vitamin C auch Bausteine aus Eiweiß und ausreichend Energie.

Wie so oft im Bereich der ganzheitlichen Gesundheit spielen auch hier viele Faktoren eine Rolle: guter Schlaf, der Hormonhaushalt, das Alter, die Genetik und äußere Umwelteinflüsse entscheiden mit darüber, wie wohl sich unsere Haut fühlt.

Es gibt jedoch erste kleine Hinweise darauf, dass Hagebuttenpulver sich tatsächlich positiv auf das Faltenbild auswirken kann.

In einer kleinen, randomisierten Doppelblindstudie wurden 34 Frauen und Männer im Alter von 35 bis 65 Jahren acht Wochen lang begleitet. Am Ende des Beobachtungszeitraums gab es leichte Verbesserungen in Bezug auf Krähenfüße, Hautfeuchtigkeit und Hautelastizität [10].

Allerdings sind diese Studien für allgemeingültige Aussagen viel zu klein, sie machen aber Lust auf mehr und scheinen dem Kredo einer gesunden und abwechslungsreichen Ernährung entsprechend Gewicht zu verleihen.

Hagebutte zählt definitiv zur exotischen Vielfalt eines Speiseplans.

Denn am Ende des Tages gilt: Unsere Haut liest schließlich nicht nur eine einzelne Zeile der Nährwerttabelle.

Carotinoide: Farbe mit Funktion

Die orange bis rote Farbe reifer Hagebutten entsteht vor allem durch Carotinoide.

Analytisch nachgewiesen wurden unter anderem:

  • Beta-Carotin,
  • Alpha-Carotin,
  • Lycopin,
  • Lutein,
  • Zeaxanthin,
  • Beta-Cryptoxanthin,

Einige Carotinoide, insbesondere Beta-Carotin und Beta-Cryptoxanthin, können im Körper zu Vitamin A umgewandelt werden.

Vitamin A trägt zur Erhaltung normaler Haut bei. Wie viel Provitamin A eine Portion Hagebuttenpulver tatsächlich liefert, hängt jedoch vom konkreten Carotinoidgehalt und von der aufgenommenen Menge ab.

Carotinoide sind fettlöslich. Ihre Aufnahme kann durch etwas Fett in der Mahlzeit verbessert werden.

Gleichzeitig reagieren einige Carotinoide empfindlich auf Licht, Sauerstoff und hohe Temperaturen.

In einer Untersuchung von Hagebuttensaftpulvern ließ sich Lycopin beispielsweise nur im nicht pasteurisierten, gefriergetrockneten Pulver ohne Trägerstoff nachweisen. In anderen Varianten war es durch Saftgewinnung, Pasteurisierung oder Trocknung stark vermindert beziehungsweise nicht mehr messbar [5].

Auch hier zeigt sich eine starke Varianz der Zusammensetzung je nach Verarbeitungsgrad. Hier scheint ebenfalls das Motto „Je natürlicher, desto besser” zu gelten.

Polyphenole: die Schutzchemie der Pflanze

Sekundäre Pflanzenstoffe können für den Menschen gesundheitsfördernd sein, da sie antioxidativ, entzündungshemmend oder sogar krebsvorbeugend wirken. Es gibt eine riesige Vielfalt dieser Stoffe, die in unterschiedlichen Pflanzen vorkommen und verschiedene Funktionen erfüllen.

Hagebutten enthalten verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe aus der Gruppe der Polyphenole.

Dazu gehören Flavonoide wie:

  • Quercetin,
  • Rutin,
  • Catechin,
  • Kaempferol,


Daneben wurden unter anderem Gallic-, Chlorogen-, Kaffee-, Ferula- und p-Cumarsäure nachgewiesen [2, 4, 16]. Fruchtfleisch und Kerne besitzen dabei unterschiedliche Profile. In manchen Untersuchungen enthielten die Kerne mehr bestimmte Phenolsäuren, während das Fruchtfleisch höhere Mengen zahlreicher Flavonoide und Carotinoide aufwies.

Für die Pflanze erfüllen diese Verbindungen verschiedene Aufgaben. Sie können zum Schutz vor UV-Strahlung, Krankheitserregern und Fraßfeinden beitragen oder an Farbgebung und Signalprozessen beteiligt sein.

In chemischen Testsystemen zeigen Hagebuttenextrakte häufig eine antioxidative Aktivität.

Dabei können enthaltene Verbindungen reaktive Moleküle abfangen oder Oxidationsreaktionen beeinflussen [1, 3, 14].

Sekundäre Pflanzenstoffe bleiben wichtige Bestandteile pflanzlicher Lebensmittel.

Hagebuttenkerne: mehr als ein Nebenprodukt

Die harten Achänen machen je nach Art und Frucht einen beträchtlichen Teil der Hagebutte aus. Lange wurden sie bei der Verarbeitung hauptsächlich als Reststoff betrachtet. Tatsächlich besitzen sie eine eigenständige Zusammensetzung.

Das aus den Kernen gewonnene Hagebuttenkernöl enthält überwiegend ungesättigte Fettsäuren.

Besonders häufig finden sich:

  • Linolsäure, eine Omega-6-Fettsäure,
  • Alpha-Linolensäure, eine Omega-3-Fettsäure,
  • Ölsäure, eine einfach ungesättigte Fettsäure.


In verschiedenen Untersuchungen stellte Linolsäure meist die mengenmäßig wichtigste Fettsäure dar,
gefolgt von Alpha-Linolensäure und Ölsäure [68].

Das Öl enthält außerdem Tocopherole und Phytosterine. Tocopherole gehören zur Vitamin-E-Familie und schützen das empfindliche, mehrfach ungesättigte Öl unter anderem vor Oxidation.

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Fruchtpulver und Öl: Vitamin C ist wasserlöslich und befindet sich überwiegend im Fruchtfleisch. Reines Hagebuttenkernöl ist deshalb keine nennenswerte Vitamin-C-Quelle. Umgekehrt enthält ein weitgehend entfettetes Schalenpulver nur wenig von den kernständigen Fettsäuren.

Das rote Fruchtpulver und das goldgelbe Kernöl stammen zwar aus derselben Pflanze, sind aber keine ernährungsphysiologischen Zwillinge.

Hagebuttenkernöl auf der Haut und Hagebutte in der Ernährung

Hagebuttenkernöl wird häufig äußerlich als kosmetisches Öl eingesetzt. Aufgrund seines hohen Anteils an ungesättigten Fettsäuren ist es leicht, oxidationsanfällig und für verschiedene Hautpflegeformulierungen interessant.

Die äußerliche Verwendung eines Öls darf jedoch nicht mit der oralen Aufnahme eines Hagebuttenpulvers gleichgesetzt werden.

Bei kosmetischer Anwendung wirken die Stoffe direkt auf der Hautoberfläche und in den oberen Hautschichten. Nach dem Verzehr werden Fettsäuren verdaut, aufgenommen und in den allgemeinen Stoffwechsel eingebaut.

Ballaststoffe und Pektine: der weniger glamouröse Teil

Das Fruchtfleisch der Hagebutte enthält Pektine und weitere Ballaststoffe.

Hagebuttenpürees und daraus hergestellte Pulver können deshalb einen relevanten Ballaststoffanteil besitzen [4].

Ballaststoffe tragen zur Struktur der Frucht bei. Im menschlichen Verdauungstrakt werden sie gar nicht oder nur teilweise durch körpereigene Enzyme abgebaut. Einige Bestandteile können von Darmbakterien fermentiert werden.

Je nach Anteil können die Früchte besonders viel Pektin enthalten. Pektin ist ein löslicher Ballaststoff, der als Präbiotikum wirkt. Er dient den nützlichen Darmbakterien, wie beispielsweise Laktobazillen und Bifidobakterien, als Nahrung und trägt so zu einer gesunden Darmflora bei [3, 17].

Wer nur Vitamin C extrahiert, erhält eben nicht mehr dieselbe Lebensmittelmatrix.

Was ist das Galaktolipid GOPO?

Bestimmte standardisierte Hagebuttenpulver enthalten ein Galaktolipid, das häufig unter der Bezeichnung GOPO bekannt ist. Chemisch handelt es sich um eine Verbindung aus einem Zuckeranteil und mehrfach ungesättigten Fettsäuren.

GOPO sowie weitere Inhaltsstoffe der Hagebutte wurden im Zusammenhang mit Entzündungsprozessen und Gelenkbeschwerden untersucht.

Eine Metaanalyse älterer randomisierter Studien fand bei Arthrose einen kleinen bis moderaten Effekt von Hagebuttenpulver auf Schmerzen. Die verfügbare Datenmenge war jedoch gering, und die Autoren forderten größere, unabhängige Langzeitstudien [1113].

Für einen allgemeinen Lebensmittelartikel ist das Galaktolipid daher ein interessantes Detail – aber keine Eintrittskarte zu Gelenk- oder Entzündungsversprechen.

Video über die Hagebutte: So gesund ist sie wirklich

Hagebutten sind die Früchte verschiedener Rosenarten. Und die Hagebutten schmecken nicht nur gut. Sie haben auch eine gesundheitliche Wirklung. Sie sollen gegen Schmerzen helfen und Hagebutten sollen auch das Immunsystem stärken. Doch stimmt das? Die Hagebutte in Natürlich! Wirksam? Getestet!

Frische Frucht, Tee, Pulver oder Extrakt?

Verschiedene Formen der Hagebutte: Frische Hagebuttenfrüchte, feines Hagebuttenpulver und Hagebuttentee als reichhaltige, natürliche Quellen für Vitamin C.

Die Form entscheidet darüber, welche Bestandteile auf dem Teller oder in der Tasse landen.

Frische, vollreife Früchte können viel Vitamin C und Carotinoide enthalten. Ihre Verarbeitung ist jedoch aufwendig, weil Kerne und Härchen entfernt werden müssen.

Sie eignen sich beispielsweise für:

  • Mus,
  • Mark,
  • Suppen,
  • Marmelade,
  • Chutney,
  • Saucen.

Durch Erhitzen und Lagerung kann ein Teil des Vitamin C verloren gehen.

Für Tee werden meist getrocknete und zerkleinerte Fruchtschalen verwendet, häufig zusammen mit Hibiskus. Nicht alle Bestandteile lösen sich gleich gut in Wasser. Ballaststoffe und fettlösliche Carotinoide verbleiben größtenteils im Pflanzenmaterial.

Auch Vitamin C kann durch Trocknung, lange Lagerung und heißes Aufbrühen deutlich reduziert sein. Hagebuttentee ist deshalb nicht automatisch eine hoch dosierte Vitamin-C-Quelle.

Ein Pulver kann aus getrocknetem Fruchtfleisch, Schalen, Kernen oder einer Mischung daraus bestehen.

Produkte aus der ganzen Hagebutte bringen grundsätzlich ein breiteres Spektrum an Pflanzenbestandteilen mit.

Dafür fällt ihr prozentualer Anteil an einzelnen Stoffen möglicherweise niedriger aus als in einem Konzentrat.

Ein Extrakt konzentriert ausgewählte lösliche Bestandteile. Je nach Lösungsmittel und Verfahren kann sein Profil stark vom ursprünglichen Lebensmittel abweichen.

Das Öl wird aus den Kernen gepresst oder extrahiert. Es enthält Fettsäuren und fettlösliche Begleitstoffe, aber weder die Ballaststoffe des Fruchtfleischs noch dessen ursprünglichen Vitamin-C-Gehalt.

Wie lässt sich Hagebuttenpulver verwenden?

Hagebuttenpulver besitzt einen fruchtig-säuerlichen, gelegentlich leicht herben Geschmack.

Es lässt sich beispielsweise verwenden in:

  • Porridge und Overnight Oats,
  • Naturjoghurt oder pflanzlichen Alternativen,
  • Smoothies,
  • Fruchtmus,
  • Müslimischungen,
  • Dressings,
  • Chutneys,
  • herzhaften Saucen,
  • Backwaren.

Wer empfindliche Bestandteile möglichst erhalten möchte, kann das Pulver erst nach dem Erhitzen zugeben. Das ist vor allem bei Vitamin C sinnvoll.

Gleichzeitig ist nicht jedes Pulver roh oder für jede kalte Anwendung sensorisch angenehm.

Eine allgemein wissenschaftlich festgelegte tägliche Verzehrmenge existiert nicht. Übliche Lebensmittelportionen hängen von Produkt, Rezeptur und Gesamtzusammensetzung ab. Studien mit standardisierten Pulvern verwenden definierte Dosierungen, die sich nicht automatisch auf andere Produkte übertragen lassen.

Gibt es Nebenwirkungen?

Hagebutten werden als Lebensmittel in der Regel gut vertragen.

Größere Mengen an Pulver können aufgrund von Fruchtsäuren und Ballaststoffen bei empfindlichen Personen zu Völlegefühl, Bauchbeschwerden oder Veränderungen des Stuhlgangs führen.

Allergische Reaktionen sind grundsätzlich möglich, scheinen aber selten zu sein. Bei einer bekannten Rosenallergie oder einer Reaktion auf ein konkretes Hagebuttenprodukt sollte auf weiteren Verzehr verzichtet und die Ursache medizinisch abgeklärt werden.

Menschen mit Erkrankungen, bei denen die Zufuhr einzelner Nährstoffe begrenzt werden muss, sollten hoch konzentrierte Produkte nicht allein aufgrund allgemeiner Gesundheitsversprechen verwenden.

Das gilt ebenso bei regelmäßiger Medikamenteneinnahme, Schwangerschaft und Stillzeit, wenn Hagebutten nicht als normales Lebensmittel, sondern in hohen Extrakt- oder Ergänzungsmengen eingesetzt werden sollen.

Fazit: Die Hagebutte braucht keinen Schönheitsmythos

Hagebutte in der Hand als Symbol, dass die Hagebutte einen wertvollen Beitrag zu einer gesunden Lebensweise leisten kann. Denn wahre Schönheit kommt meist von Innen.

Hagebutten vereinen verschiedene Pflanzenteile und Stoffgruppen in einer bemerkenswerten Lebensmittelmatrix.

Das Fruchtfleisch liefert je nach Art und Verarbeitung viel Vitamin C, Carotinoide, Polyphenole und Ballaststoffe. Die Kerne ergänzen dieses Profil um ungesättigte Fettsäuren, Tocopherole und Phytosterine.

Für die Haut ist insbesondere die physiologische Rolle von Vitamin C bei der normalen Kollagenbildung klar belegt.

Eine kleine Humanstudie mit einem standardisierten Hagebuttenpulver liefert interessante Hinweise auf Veränderungen von Faltentiefe, Feuchtigkeit und Elastizität. Sie reicht jedoch nicht aus, um Hagebutten als bewiesenes Anti-Aging-Mittel einzuordnen.

„Schönheit von innen“ ist deshalb weniger die Wirkung einer einzelnen roten Frucht als das Ergebnis vieler Faktoren: einer ausreichenden Nährstoffversorgung, guter Hautpflege, Schlaf, Bewegung, UV-Schutz und eines Lebens, das sich nicht vollständig in eine Puder- oder Pulverdose pressen lässt.

Die Hagebutte kann dabei eine vielseitige pflanzliche Zutat sein. Und das ganz ohne das Versprechen, nach dem nächsten Löffel rückwärts zu altern.

FAQ - Häufige Fragen

Ist Hagebutte gesund?

Hagebutten können eine gesunde Ernährung bereichern. Sie enthalten je nach Art und Verarbeitung Vitamin C, Carotinoide, Polyphenole, Ballaststoffe und Mineralstoffe. Die Kerne liefern zusätzlich ungesättigte Fettsäuren. Entscheidend bleibt jedoch die gesamte Ernährung.

Hat Hagebutte wirklich viel Vitamin C?

Frische Hagebutten können sehr hohe Vitamin-C-Gehalte besitzen. Die Werte schwanken jedoch erheblich. Durch Trocknung, Sauerstoff, Wärme und lange Lagerung kann ein großer Teil verloren gehen. Der Gehalt eines Pulvers oder Tees sollte deshalb nicht allein aus Werten frischer Früchte abgeleitet werden.

Ist Hagebuttenpulver gut für die Haut?

Vitamin C trägt zur normalen Kollagenbildung für eine normale Funktion der Haut bei. Eine kleine Studie fand nach acht Wochen Veränderungen bei Faltentiefe, Feuchtigkeit und Elastizität. Wegen der geringen Teilnehmerzahl und der fehlenden Placebogruppe ist der Nachweis jedoch noch nicht ausreichend belastbar.

Wie viel Hagebuttenpulver sollte man täglich essen?

Es gibt keine allgemein festgelegte tägliche Menge. Die geeignete Portion hängt von Zusammensetzung, Ballaststoffgehalt und Verwendungszweck ab. Studien mit standardisierten Präparaten sind keine allgemeine Dosierungsempfehlung für jedes Pulver.

Was ist besser: Hagebuttenpulver oder Hagebuttentee?

Pulver enthält bei vollständigem Verzehr mehr von der ursprünglichen Pflanzenstruktur und den Ballaststoffen. Im Tee landen nur wasserlösliche Stoffe, die während des Aufbrühens aus dem Pflanzenmaterial austreten. Fettlösliche Carotinoide und Ballaststoffe bleiben weitgehend im Aufgussmaterial zurück.

Was ist der Unterschied zwischen Hagebuttenpulver und Hagebuttenkernöl?

Hagebuttenpulver wird aus Fruchtfleisch, Schalen, Kernen oder deren Mischung hergestellt. Hagebuttenkernöl stammt ausschließlich aus den Kernen und liefert vor allem ungesättigte Fettsäuren, Tocopherole und Phytosterine. Es ist keine relevante Vitamin-C-Quelle.

Kann man Hagebutten roh essen?

Reife und sicher bestimmte Hagebutten sind grundsätzlich essbar. Die inneren Nussfrüchte und feinen Härchen sollten sorgfältig entfernt werden. Bei selbst gesammelten Pflanzen ist eine zweifelsfreie Bestimmung sowie ein unbelasteter Standort wichtig.

Hilft Hagebutte bei Gelenkbeschwerden?

Für bestimmte standardisierte Pulver aus Schalen und Kernen zeigen ältere Studien kleine bis moderate Effekte bei Arthroseschmerzen. Die Datenlage ist begrenzt und lässt sich nicht auf jedes Hagebuttenprodukt übertragen. Eine medizinische Behandlung wird dadurch nicht ersetzt.

Kann Hagebuttenpulver Nebenwirkungen verursachen?

Größere Mengen können bei empfindlichen Menschen aufgrund von Fruchtsäuren und Ballaststoffen zu Magen-Darm-Beschwerden führen. Allergische Reaktionen sind ebenfalls möglich, aber selten.

Ist Hagebutte besser als eine Vitamin-C-Tablette?

Beide Produkte erfüllen unterschiedliche Zwecke. Eine Vitamin-C-Tablette liefert eine klar definierte Menge eines einzelnen Vitamins. Ein Hagebuttenprodukt kann zusätzlich Carotinoide, Polyphenole, Ballaststoffe und weitere Pflanzenbestandteile enthalten, sein Vitamin-C-Gehalt ist ohne Analyse jedoch weniger vorhersehbar.

Quellen

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[3] Peña, F. et al. (2023): Bioactive Compounds and Antioxidant Activity in the Fruit of Rosehip (Rosa canina L. and Rosa rubiginosa L.). Molecules, 28, 3544. doi: 10.3390/molecules28083544.

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[5] Hendrysiak, A. et al. (2023): Juice Powders from Rosehip (Rosa canina L.): Physical, Chemical, and Antiglycation Properties. Molecules, 28, 1674. doi: 10.3390/molecules28041674.

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